Meyer-Hagen GmbH, Feuerwehrgerätefabrik, Oberhagen

60 "Russen" und 31 französische Zivilarbeiter im Lager Tuchmacherstrasse
Quelle: Statistik über diejenigen ausländischen zivilen Arbeitskräfte, die in der Zeit vom 03.09.1939 - 08.05.1945 im Stadtgebiet Hagen untergebracht waren, erstellt von der Stadtverwaltung Hagen im Auftrag der Alliierten Militärregierung und des International Tracing Service; StadtA Hagen, Bestand Hagen, Akte I und II

Dokumentation

Bei der Firma Feuerwehrgeräte Meyer in Oberhagen existierte im Sommer 1944 ebenfalls ein "Erweitertes Polizeigefängnis" bzw. Arbeitserziehungslager für ausländische Zwangsarbeiter. Im August 1944 waren dort von der Gestapo im Zusammenhang mit der Verhaftungswelle "Aktion Gewitter" nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler (20.7.1944) inhaftierte Regimegegner zeitweilig untergebracht worden.

Editionen

"Auf meine Veranlassung sind in Hagen einige Lager aufgezogen worden für ausländische Arbeiter. Unser Polizeigefängnis war im Jahre 1944 überfüllt. Es sassen seinerzeit darin sehr viele ausländische Arbeiter, die die Sperrstunde übertreten hatten, bzw. in Bezirken angetroffen waren, in denen sie sich nicht aufhalten durfen, bzw. deren Papiere nicht in Ordnung waren. Um diese Leute nun nicht nutzlos in den Gefängnissen herumsitzen zu lassen, haben einige Firmen sie als Arbeiter zugeteilt erhalten und für diese Arbeiter Lager eingerichtet [...]"
Quelle: Protokoll der Vernehmung des Hagener Oberbürgermeisters und Stellv. Gauleiters Heinrich Vetter am 26.8.1947 durch den Obersten Ankläger beim Spruchgericht Hiddesen; BA Koblenz, Z 42 IV/6871, fol. 20r

"In Hagen befanden sich keine Kriegsgefangenläger, wohl aber Ausländerläger bei der der Firma Feuerwehr Geräte Meyer, ein sogenanntes Polizeigefängnislager. Hier sollen Mißhandlungen vorgekommen sein. Die Aufsicht über dieses Lager wurde von der städt. Polizei vorgenommen [...]"
Quelle: Erklärung der Kriminalpolizei Hagen an den Obersten Ankläger des Spruchgerichts Hiddesen v. 24.6.1947; BA Koblenz, Z 42 IV/6871, fol. 29r

"Ich habe damals veranlaßt, daß Strafgefangene aus den Gefängnissen in das Lager der Fa. Feuerwehrgeräte Meier verbracht wurden, damit sie aus den überfüllten Gefängnissen herauskämen. Die Verbringung der Häftlinge in dieses Lager erfolgte jeweilt mit Zustimmung der Häftlinge [...]"
Quelle: Protokoll der Vernehmung des Hagener Oberbürgermeisters und Stellv. Gauleiters Heinrich Vetter am 15.10.1947 durch den Obersten Ankläger beim Spruchgericht Hiddesen; BA Koblenz, Z 42 IV/6871, fol. 43r

siehe auch Arbeitserziehungslager / Erweitertes Polizeigefängnis