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Bionik – Zukunftstechnik lernt von der Natur
2. September 2001 – 24. Februar 2002
Wer die Zukunft verstehen will,
muss diese Ausstellung sehen!
| Bionik
- Natur als Vorbild |

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Das Wort
"Bionik" leitet sich aus einer Kombination der beiden Begriffe
"Biologie" und "Technik" her. Das junge,
interdisziplinäre Forschungsgebiet verbindet Biologie vor allem mit den
Ingenieurwissenschaften, der Architektur und der Mathematik. Ziel der
Bionik ist die Übertragung von Problemlösungen der Natur in den
Bereich der Technik, um die in Jahrmillionen entwickelten und
optimierten "Erfindungen der Natur" zu nutzen.
| Analogien:
"Kopien" ohne Vorbild |

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Es ist verblüffend, dass
Natur und Technik bisweilen sehr ähnliche Problemlösungen gefunden
haben. Die technischen Lösungswege wurden dabei ganz ohne Vorkenntnis
der Natur entwickelt. Dennoch erscheint die technische Lösung fast wie
eine Kopie der Natur.
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| Am
Anfang war der Vogelflug |

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Jahrhundertelang bemühten
sich die Menschen vergeblich, sich vogelgleich mit schlagenden Flügeln
in die Lüfte zu erheben. Die exakte Nachahmung des Vogelfluges, per
Muskelkraft mit eigenem Schlagflügelpaar gleichzeitig Vor- und Auftrieb
zu erzeugen, führte in eine entwicklungsgeschichtliche Sackgasse. Erst
Otto Lilienthal erfüllte den Traum vom Fliegen, indem er sich bewusst
auf den reinen Gleitflug konzentrierte.
| Fliegen
und Schwimmen |

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Die Eigenschaften
von Vögeln und Fischen werden unter bionischen Gesichtspunkten
besonders intensiv erforscht. Vortriebs- und Auftriebsmechanismen, Körperform
und Oberflächenbeschaffenheit stehen im Mittelpunkt des Interesses. Die
Natur hält hierzu eine Vielzahl phantastischer Lösungen parat, die in
der bionischen Hydro- und Aerodynamik analysiert und für technische
Anwendungen aufbereitet werden.
| Laufen
und Greifen |

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Als eine der grössten
Erfindungen des Menschen gilt das Rad. Es bedarf jedoch ebener,
hindernisfreier Strassen oder Schienen und ist hilflos in unwegsamem Gelände.
Dem setzt die Natur als Bewegungsorgane Beine gegenüber. Die bionische
Robotik studiert die Methodik und Steuerung natürlicher Laufapparate,
etwa bei Insekten, und nutzt diese Erkenntnisse zum Bau von
Laufmaschinen.
| Erkennen |

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Die Natur hat eine Fülle
von Sensoren entwickelt: für Licht, Schall, elektrische und magnetische
Felder, Berührung und Erschütterung. Der Mensch verfügt nur über
einen Teil dieser Sensoren. Er hat kein Organ für die Ortung von
infrarotem Licht wie zum Beispiel die Klapperschlange oder für die
Echolotung mit Ultraschall wie Delphine und Fledermäuse. Erst mit
modernen technischen Verfahren ist es ihm möglich geworden, künstliche
Sinnesorgane in diesem Bereich zu schaffen.
| Miniaturisieren |

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Die Natur verfügt
über eine enorme Palette von Mikrosystemen. Dazu gehören
Miniaturgelenke und -pumpen, Koppeleinrichtungen, Filtrationssysteme,
Miniaturgetriebe und Energiespeicher ebenso wie kleinste Sensorsysteme.
Zwischen diesen natürlichen Systemen und den von Menschen geschaffenen
liegen einige Grössenordnungen. Erst in jüngster Zeit gelingt es, mit
Hilfe der Mikrosystemtechnik Geräte herzustellen, die die Dimensionen
solcher natürlicher Systeme haben.
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| Bauen |

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Der Aufbau von
Pflanzen und Tierskeletten gilt als meisterliche Konstruktion. Die
erforderlichen Festigkeiten werden bei kleinstmöglichem Gewicht und
geringstem Materialaufwand erreicht. Mit bionischem Bauteiledesign
versucht man, diese erstrebenswerten Eigenschaften auch auf technische
Konstruktionen zu übertragen. Biologische Systeme zeichnen sich auch
durch besonders harmonische Formen und Farben aus. In der Architektur führen
Seifenhaut-, Hängenetz- oder Gitterschalenmodelle zu funktional und ästhetisch
überzeugenden Lösungen.
| Falten
und Verpacken |

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Faltstrukturen in
der Natur helfen Platz sparen oder Platz schaffen, etwa für Wachstum
oder Bewegung. Sie können darüber hinaus auch schützen oder festigen.
So entstehen nach dem Prinzip der Palmblätter kinetisch gekoppelte
Faltflächen, die im aufgefalteten Zustand formstabil sind und sich
dennoch zuverlässig auf- und zusammenfalten lassen. Technisch angewandt
wird dies in der Verpackungsindustrie oder in der Raumfahrt.
| Nutzen
und Schonen |

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Mit Hilfe der
Energeto- und Klimabionik versucht man, die vorhandenen begrenzten
Energievorräte zu schonen und neuartige Energiequellen zu erschliessen.
Das Prinzip der Photosynthese wird bei der Entwicklung neuartiger
Photovoltaik-Zellen zur Stromgewinnung eingesetzt. In der Bautechnik
wendet man nach dem Vorbild der Natur die transparente Wärmedämmung
an.
| Optimieren |

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Technische
Konstruktionen entstehen im allgemeinen zielgerichtet. Die Strukturen
der Natur dagegen entstehen durch Versuch und Irrtum, das heisst durch
zufällig auftretende kleine Änderungen im Erbgut, die bewahrt oder
verworfen werden, je nachdem, ob sie einen Überlebensvorteil bringen
oder nicht. Dies führt zur Optimierung von biologischen Strukturen und
Prozessen. Diese Strategie von Versuch und Irrtum kann auch zur Lösung
technischer Probleme oder zur Optimierung technischer Produkte
eingesetzt werden.
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