Teofila Reich - Ranicki
Bilder aus dem Warschauer Ghetto

Stadtmuseum Hagen im Historischen Centrum
21. Januar - 1. April 2001


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Dzieci - Kinder

Schüler-Wettbewerb

Zu den wenigen Überlebenden des Warschauer Ghettos gehören Teofila und Marcel Reich-Ranicki. Über 400.000 Menschen waren hier seit November 1940 auf engstem Raum zusammengetrieben worden. Vom Rest der Stadt strikt getrennt, starben im sogenannten "jüdischen Wohnbezirk" jeden Monat Tausende durch Hunger, den Terror der deutschen Besatzung und aufgrund der unzumutbaren hygienischen Verhältnisse.

Teofila Reich-Ranicki hat noch im Ghetto mit einer Serie grafischer Blätter begonnen, die den alltäglichen Schrecken darstellen: Hunger, Terror, Kampf um das Überleben, Deportation.
Die meisten Zeichnungen entstanden 1942, die beiden letzten Blätter wurden einige Zeit nach der Flucht Teofila und Marcel Reich-Ranickis aus dem Warschauer Ghetto am 3. Februar 1943 hinzugefügt. Die Mappe mit den Blättern konnten die Reich-Ranickis vor ihrer Flucht aus dem Ghetto herausschmuggeln und verstecken lassen.
Das Historische Centrum Hagen zeigt in Kooperation mit dem Jüdischen Museum in Frankfurt diese Ausstellung erstmalig in Nordrhein-Westfalen.

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Teofila (genannt Tosia) Reich-Ranicki, geborene Langnas, stammt aus Lodz, wo sie am 12. März 1920 geboren wurde. Nach dem Abitur im Jahre 1939 sollte sie in Paris Kunst und Kunstwissenschaft studieren, was der Kriegsausbruch unmöglich machte.
Im Dezember 1939 floh sie mit ihren Eltern aus Lodz, das unmittelbar an das Reich angegliedert wurde, nach Warschau. Dort lernte sie ihren künftigen Mann Marcel Reich-Ranicki kennen. Im November 1940 musste sie in das neu eingerichtete Warschauer Ghetto umziehen und betätigte sich dort als Grafikerin. In dieser Zeit entstand ein grosser Teil der ausgestellten Bilder aus dem Ghetto.
Am 22. Juli 1942, dem Tag, an dem die Deportationen der Warschauer Juden nach Treblinka begannen, heiratete sie Marcel Reich-Ranicki. Zusammen mit ihm konnte sie Anfang Februar 1943 aus dem "Restghetto" in den "arischen" Teil  der Stadt fliehen. Sie überlebten im Untergrund.
Nach 1945 studierte Theofila ein Semester an der Warschauer Kunsthochschule. Danach arbeitete sie in der Polnischen Presse agentur und im Polnischen Rundfunk. 1948 verliess sie zusammen mit ihrem Mann Polen und lebt seitdem in der Bundesrepublik Deutschland. In der sechziger Jahren übersetzte sie einige Kinderbücher und Filmskripte aus dem Polnischen ins Deutsche. Sie hat einen Sohn, Andrew Ranicki, der 1948 geboren wurde. Er ist Professor für Mathematik an der Universität Edinburgh.
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Beiheft zur Ausstellung:
Teofila Reich-Ranicki. Bilder aus dem Warschauer Ghetto,
hrsg. vom Jüdischen Museum der Stadt Frankfurt am Main,
Offenbach 1999

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Adresse
Historisches Centrum Hagen
Stadtmuseen / Stadtarchiv
Eilper Strasse 71 - 75
58091 Hagen
Kontakt und Anfahrt
Öffnungszeiten / Eintrittspreise
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Donnerstag 
11.00 - 20.00 Uhr
Montags geschlossen
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© Historisches Centrum Hagen

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